Was ist ein PIAS? Der spanische Sparplan mit Leibrente (2026)

Ein PIAS ist eine langfristige spanische Sparversicherung, in die Sie bis zu 8.000 € im Jahr und insgesamt 240.000 € einzahlen können. Die Beiträge können Sie nicht von der Steuer absetzen. Wandeln Sie den PIAS mehr als fünf Jahre nach dem ersten Beitrag in eine renta vitalicia (Leibrente) um, bleibt der angesammelte Ertrag von der spanischen Einkommensteuer IRPF befreit. Lassen Sie sich das Kapital dagegen auf einmal auszahlen, wird dieser Ertrag als Sparertrag versteuert, 2026 mit 19 % bis 30 %.

Was ein PIAS ist, haben Sie in fünf Minuten verstanden. Ob er sich für Sie lohnt, zeigt erst der Blick auf das Ende, denn sein ganzer Vorteil hängt davon ab, wie Sie ihn sich auszahlen lassen. In meinen Beratungsgesprächen höre ich meist diese Frage: „Meine Bank bietet ihn mir an. Soll ich unterschreiben?“

Als Finanzberater auf Mallorca sehe ich mir vor jedem Gespräch über Produkte an, wie Sie das Geld später beziehen wollen. Der Reihe nach.

Was ist ein PIAS und wie funktioniert er 2026?

Ein PIAS, kurz für plan individual de ahorro sistemático (etwa „individueller systematischer Sparplan“), ist eine Lebensversicherung mit Sparanteil, die am Ende in eine lebenslange Rente des Versicherers münden soll. Geregelt ist er seit 2007 in der dritten Zusatzbestimmung des spanischen Einkommensteuergesetzes. Sie sind Versicherungsnehmer, versicherte Person und Begünstigter in einer Person, und Ihre Beiträge senken Ihre Steuerbemessungsgrundlage nicht.

Wer die private Rentenversicherung aus Deutschland kennt, erkennt das Prinzip wieder: Sie zahlen Beiträge in einen Versicherungsvertrag und erhalten später eine Rente auf Lebenszeit. Die Steuerregeln in diesem Ratgeber sind jedoch spanisches Recht und gelten für Sie, wenn Sie in Spanien steuerlich ansässig sind.

  • 8.000 € im Jahr und 240.000 € insgesamt, für alle Ihre PIAS zusammen und zusätzlich zu dem, was Sie in einen spanischen Pensionsplan (plan de pensiones) einzahlen.
  • Mehr als fünf Jahre seit dem ersten Beitrag müssen bei Rentenbeginn vergangen sein. Bis das Gesetz 26/2014 die Frist ab 2015 verkürzte, waren es zehn.
  • Eine Leibrente als Ziel, wenn vereinbart mit Weiterzahlung an eine zweite Person, Rentengarantiezeit oder Kapitalrückgewähr im Todesfall (contraseguro).
  • Geschützte Abkürzung. Steht im Vertrag nicht deutlich hervorgehoben, dass es sich um einen plan individual de ahorro sistemático handelt, ist es kein PIAS.

Monatliche Beiträge schreibt das Gesetz trotz des Wortes „systematisch“ nicht vor. Gut passt ein PIAS aber zu jemandem, der sein Sparen automatisieren möchte. So weit, was ein PIAS auf dem Papier ist; spannend wird es bei der Auszahlung.

Wie wird ein PIAS 2026 in Spanien besteuert?

Beim Einzahlen spart ein PIAS keine Steuern: Sein Vorteil zeigt sich erst bei der Auszahlung, und nur auf einem Weg. Als Leibrente, mehr als fünf Jahre nach dem ersten Beitrag, bleibt der angesammelte Ertrag steuerfrei. Lassen Sie sich stattdessen das Kapital auszahlen, wird der Ertrag als Kapitalertrag (rendimiento del capital mobiliario) in der Sparbemessungsgrundlage (base del ahorro) besteuert.

  • Leibrente (renta vitalicia). Was bis dahin erwirtschaftet wurde, ist steuerfrei. Von jeder Rentenzahlung ist ein fester Anteil steuerpflichtig, der von Ihrem Alter bei Rentenbeginn abhängt: 40 % unter 40 Jahren, 35 % von 40 bis 49, 28 % von 50 bis 59, 24 % von 60 bis 65, 20 % von 66 bis 69 und 8 % ab 70, so die spanische Steuerbehörde (Agencia Tributaria).
  • Kapital. Versteuert wird die Auszahlung abzüglich der eingezahlten Beiträge, nach dem Tarif für Sparerträge von 2026: 19 % bis 6.000 €, 21 % bis 50.000 €, 23 % bis 200.000 €, 27 % bis 300.000 € und 30 % darüber.
  • Teilauszahlungen und vorzeitige Ablösung der Rente. Eine Teilauszahlung wird anteilig besteuert, wobei zuerst die ältesten Beiträge als ausgezahlt gelten. Lassen Sie sich eine bereits laufende Rente vorzeitig auszahlen, müssen Sie den zuvor steuerfreien Ertrag nachträglich versteuern.

Wer nach „PIAS Spanien Steuern“ sucht, will wissen, wie viel beim spanischen Fiskus landet. Entscheidend ist, auf welchem Weg das Geld herauskommt. Auf Mallorca zahlen Sie dabei genauso viel wie in Madrid oder Valencia, denn den Tarif für Sparerträge legt das IRPF-Gesetz fest, auch seinen regionalen Anteil. Deshalb beginne ich, wenn mich jemand fragt, was ein PIAS ist, mit der Frage, wie er ihn später beziehen will.

Wie viel Steuer zahlen Sie, wenn Sie einen PIAS auflösen oder als Leibrente beziehen?

Lösen Sie 2026 einen PIAS mit 30.000 € angesammeltem Ertrag auf einmal auf, zahlen Sie darauf 6.180 € IRPF, sofern das in diesem Jahr Ihre einzigen Einkünfte in der Sparbemessungsgrundlage sind und Ihre übrigen Einkünfte den persönlichen Freibetrag (mínimo personal) abdecken. Wandeln Sie ihn dagegen mit 65 Jahren und mehr als fünf Jahre nach dem ersten Beitrag in eine Leibrente um, bleiben diese 30.000 € steuerfrei, und steuerpflichtig sind nur 24 % jeder Rentenzahlung. Es sind runde Beispielzahlen, nicht die eines bestimmten Produkts.

Auszahlung als Kapital. Angenommen, Sie haben 100.000 € an Beiträgen eingezahlt, und mit 65 ist Ihr PIAS 130.000 € wert. Versteuert wird die Differenz von 30.000 €: 6.000 € zu 19 % (1.140 €) und 24.000 € zu 21 % (5.040 €). Zusammen sind das 6.180 €.

Leibrente. Auf diese 30.000 € zahlen Sie nichts. Bei einer Beispielrente von 500 € im Monat (die tatsächliche Höhe hängt von Ihrem Alter, vom Zinsniveau und von der Kapitalrückgewähr ab) sind 24 % dessen steuerpflichtig, was Sie im Jahr erhalten, also 1.440 €. Bei 19 % Steuer sind das 273,60 €.

Hier liegt der Kern der Sache: Diese 273,60 € zahlen Sie genauso, wenn Sie sich mit eigenem Geld eine Leibrente kaufen. Was der PIAS spart, ist die Steuer auf das Angesammelte. Im Gegenzug verzichten Sie auf das Kapital.

Lohnt sich das? Das hängt davon ab, wie lange Sie leben: Die Lebenserwartung mit 65 lag auf den Balearen 2024 bei weiteren 21,3 Jahren, so das spanische Statistikamt INE. Deutet Ihr Gesundheitszustand auf etwas anderes hin, prüfen Sie die Kapitalrückgewähr oder ein anderes Produkt.

Was unterscheidet einen PIAS von einem SIALP, einem Pensionsplan und einem Investmentfonds?

Alle vier dienen dem langfristigen Sparen, belohnen aber jeweils etwas anderes: der Pensionsplan das Einzahlen, der PIAS den Bezug einer Leibrente, der SIALP, dass Sie das Geld fünf Jahre lang nicht anrühren, und der Fonds die Flexibilität. Der SIALP (seguro individual de ahorro a largo plazo) ist wie der PIAS eine spanische Sparversicherung. So funktionieren die vier im Oktober 2026.

ProduktHöchstbeitragSteuervorteil beim EinzahlenSteuervorteil bei der AuszahlungVerfügbarkeitGarantieFür wen?
PIAS8.000 € im Jahr; 240.000 € insgesamtKeinerErtrag steuerfrei, wenn der PIAS nach mehr als 5 Jahren in eine Leibrente mündetAuszahlung laut Vertrag, steuerpflichtigLaut VertragWer eine Leibrente sucht
SIALP5.000 € im JahrKeinerErträge steuerfrei, wenn Sie das Geld 5 Jahre nicht anrührenNur vollständige AuszahlungMindestens 85 % der Beiträge, bei FälligkeitVorsichtige Sparer, mittelfristig
Pensionsplan1.500 € im Jahr (bis zu 10.000 € mit betrieblichen Plänen)Senkt die BemessungsgrundlageIn der Regel keiner: Besteuerung wie ArbeitslohnRuhestand, gesetzlich festgelegte Fälle oder Beiträge nach 10 JahrenKeine gesetzlicheWer heute hoch besteuert wird
InvestmentfondsUnbegrenztKeinerFondswechsel steuerfrei; Steuer erst bei der RücknahmeHochKeine, außer bei GarantiefondsWer Flexibilität braucht

So betrachtet wird klar, was ein PIAS ist: ein Produkt, um eine Rente zu beziehen, nicht, um das Geld griffbereit zu haben.

Neu in diesem Monat: Das Königliche Gesetzesdekret 29/2026 vom 6. Oktober (Real Decreto-ley) führt den SIALP Financia Europa wieder ein (bis zu 10.000 € im Jahr, mindestens 30 % in Aktienanlagen und ohne die 85-%-Garantie), ebenso das Spar- und Anlagekonto Financia Europa (Cuenta de Ahorro e Inversión Financia Europa). Aber Vorsicht: Bestätigen muss es noch der spanische Kongress, der am 2. Oktober ein früheres Dekret mit diesen Produkten aufgehoben hat, und abschließen lassen sie sich erst, wenn die zugehörigen Ministerialverordnungen in Kraft getreten sind.

PIAS oder Pensionsplan: Was lohnt sich mehr?

Zahlen Sie heute einen hohen Grenzsteuersatz und erwarten im Ruhestand einen niedrigeren, kommt meist zuerst der Pensionsplan, bis zu seiner Grenze von 1.500 € im Jahr. Der PIAS folgt danach mit bis zu 8.000 € zusätzlich, weil seine Höchstbeträge nicht auf die des Pensionsplans angerechnet werden. Die beiden konkurrieren nicht: Meist ist es sinnvoll, sie zu kombinieren.

Viele fragen, was ein PIAS ist, und wollen ihn eigentlich mit ihrem Pensionsplan vergleichen. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt des Vorteils: Was Sie in den Pensionsplan einzahlen, senkt Ihre Bemessungsgrundlage (begrenzt auf 30 % Ihrer Nettoeinkünfte aus Arbeit und selbstständiger Tätigkeit, zuzüglich 8.500 € bei Beiträgen Ihres Arbeitgebers oder 4.250 € bei betrieblichen Plänen für Selbstständige, den planes de empleo de autónomos), doch bei der Auszahlung wird alles als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit versteuert.

Gesperrt ist das Geld auch nicht: Neben Ruhestand, Langzeitarbeitslosigkeit und schwerer Krankheit gibt es einen weiteren Weg, denn laut Artikel 8 des spanischen Gesetzes über Pensionspläne und -fonds können Sie Beiträge entnehmen, die mindestens zehn Jahre alt sind. Für Beiträge bis Ende 2015 gilt das seit dem 1. Januar 2025. Die Einzelheiten erkläre ich im Beitrag darüber, wie Sie einen Pensionsplan auszahlen lassen oder übertragen, und beide Bausteine fügen sich in Ihre Ruhestandsplanung auf Mallorca ein.

Wie erkennen Sie die besten PIAS, ohne nur auf die Rendite zu schauen?

Die besten PIAS sind nicht die mit der höchsten beworbenen Rendite, sondern die, bei denen Ihnen am Ende netto am meisten bleibt: niedrige Kosten, eine Garantie, die Sie verstehen, klare Ausstiegsregeln und ein Versicherer, der im Register der spanischen Versicherungsaufsicht DGSFP eingetragen ist. Lassen Sie sich jeden Punkt schriftlich geben und vergleichen Sie mindestens zwei Anbieter.

  1. Gesamtkosten pro Jahr, auch die der Fonds, falls der PIAS in Fonds anlegt: Über zwanzig Jahre können sie den Renditeunterschied aufzehren.
  2. Was garantiert ist. Manche bieten einen Zins, der in bestimmten Abständen neu festgelegt wird; bei fondsgebundenen PIAS (Unit Linked) tragen Sie das Anlagerisiko selbst.
  3. Die Kapitalrückgewähr. Bei Verträgen, die seit dem 1. April 2019 geschlossen wurden, dürfen Ihre Begünstigten im ersten Jahr höchstens 95 % des Betrags erhalten, der in die Rente geflossen ist; danach sinkt die Grenze und liegt ab dem zehnten Jahr bei 50 %.
  4. Wer dahintersteht. Suchen Sie den Versicherer im Register der Versicherungsunternehmen der DGSFP.

Ist erst einmal klar, was ein PIAS ist, entscheidet bei der Auswahl das Kleingedruckte. Wenn Sie es lieber mit fachlicher Unterstützung durchgehen möchten: Was ein Finanzberater kostet, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.

Wann sich ein PIAS NICHT lohnt

Wer weiß, was ein PIAS ist, kann ihn auch bewusst ausschließen. Er lohnt sich nicht, wenn sein einziger Vorteil, die steuerbegünstigte Leibrente, mit dem kollidiert, was Sie brauchen: Geld, über das Sie bald verfügen können, Kapital für Ihre Erben oder heute weniger IRPF. In diesen Fällen schlage ich meist etwas anderes vor.

  • Sie brauchen das Geld vor Ablauf von fünf Jahren, oder Ihnen fehlt ein Polster für Unvorhergesehenes: Wer früh auflöst, verliert den Vorteil.
  • Sie möchten das Kapital Ihren Kindern hinterlassen. Eine Leibrente ohne Kapitalrückgewähr endet mit Ihrem Tod, und die Rückgewähr ist gedeckelt.
  • Sie nutzen noch keinen Pensionsplan und zahlen einen hohen Steuersatz. Dessen sofortige Steuerersparnis in der IRPF wiegt meist schwerer.
  • Sie wollen volle Flexibilität. Investmentfonds für Privatanleger haben keine Beitragsgrenze und lassen sich in Spanien steuerfrei auf einen anderen Fonds übertragen.

FAQ — PIAS in Spanien

Was ist ein PIAS, und was unterscheidet ihn von einer normalen Sparversicherung?

Ein PIAS ist eine spanische Lebensversicherung mit Sparanteil und eigenem Steuervorteil: Beziehen Sie ihn als Leibrente und liegt der erste Beitrag mehr als fünf Jahre zurück, bleibt der angesammelte Ertrag von der spanischen Einkommensteuer (IRPF) befreit. Eine normale Sparversicherung wird in Spanien in der Regel auf ihren gesamten Ertrag besteuert. Im Gegenzug hat der PIAS Obergrenzen: 8.000 € im Jahr und 240.000 € insgesamt.

Kann man einen PIAS zu einem anderen Versicherer übertragen?

Ja, ganz oder teilweise, auf einen anderen PIAS, dessen Inhaber Sie sind, und ohne ihn aufzulösen. Wie bei den versicherten Vorsorgeplänen (planes de previsión asegurados) hat der bisherige Versicherer höchstens fünf Arbeitstage Zeit, die Überweisung zu veranlassen, gerechnet ab Eingang Ihres Antrags mit den nötigen Unterlagen. Sind dem Vertrag eigene Kapitalanlagen zugeordnet, wird deren Marktwert übertragen, und der kann niedriger sein als Ihr Guthaben.

Was passiert, wenn ich einen PIAS vor Ablauf von fünf Jahren auflöse?

Sie verlieren den Steuervorteil, genau wie bei einer späteren Auszahlung als Kapital: Der Ertrag wird als Kapitalertrag in der Sparbemessungsgrundlage der IRPF besteuert, 2026 mit 19 % bis 30 %. Eine Teilauszahlung wird anteilig besteuert, wobei zuerst die ältesten Beiträge als ausgezahlt gelten. Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Vertrag beim Ausstieg Abzüge vorsieht.

Was ist 2026 der Unterschied zwischen PIAS und SIALP?

Der Unterschied zwischen PIAS und SIALP liegt darin, wie Sie den Steuervorteil erhalten. Der PIAS stellt den Ertrag nur steuerfrei, wenn Sie am Ende eine Leibrente beziehen; der SIALP, wenn Sie das Geld fünf Jahre lang nicht anrühren und es dann auf einmal beziehen. In einen SIALP können Sie 5.000 € im Jahr einzahlen, er garantiert bei Fälligkeit mindestens 85 % der Beiträge, und Sie dürfen nur einen haben; PIAS können Sie mehrere haben, mit gemeinsamen Obergrenzen.

Wie Sie herausfinden, ob ein PIAS in Ihre Altersvorsorge passt

Jetzt wissen Sie, was ein PIAS ist und wo sein Vorteil liegt; es fehlt nur noch Ihr eigener Fall: Ihr Alter, Ihr Steuersatz in der IRPF, was Sie schon angespart haben und wie Sie das Geld beziehen möchten. Mit der A-A-S-Methode (Analyse, Beratung und Service) rechnen wir das in einem ersten kostenlosen und unverbindlichen Gespräch durch. Schreiben Sie mir oder rufen Sie mich unter +34 660 845 921 an.


Dieser Inhalt dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Finanzberatung.

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